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Die Zukunft des Vergangenen

Künstlerische Positionen zur Erinnerung an die KZ-Außenlager im Landkreis Leipzig

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Die Ausstellung und die vorliegende Publikation fasst die Ergebnisse des Projektes "Erinnerungskultur" zusammen, in das im Jahr 2012 Künstler_innen, Wissenschaftler_innen, Initiativen, Vereine und engagierte Einzelpersonen involviert waren. Das Projekt beschäftigte sich mit Orten und Ereignissen mit nationalsozialistischer Vergangenheit im Landkreis Leipzig und der damit verbundenen Erinnerungskultur in der Gegenwart. Damit knüpft es an ein Projekt der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig an, innerhalb dessen sich 2012 Kunststudent_innen, Professoren und Wissenschaftler_innen mit Erinnerungsorten, Gedenkstätten und den Gedenkkulturen der Stadt Leipzig auseinandersetzten. In Verbindung mit dieser Initiative sollte mit dem Projekt "Erinnerungskultur" eine Erweiterung in den Landkreis erfolgen, um auch hier den Diskurs öffentlich zu fördern. Im Fokus des Landkreisprojektes standen dabei die Außenlager in Flößberg, Colditz, Markkleeberg und Böhlen sowie anedere Gedenkorte im Landkreis Leipzig.

Im Laufe des vergangenen Jahres haben sich sechs Künstler_innen und vier Wissenschaftler_innen auf Initiative des Kulturbahnhof e.V. mit der Geschichte und der Erinnerung an die vier KZ-Außenlager in Böhlen, Colditz, Flößberg und Markkleeberg auseinandergesetzt. Auf Grundlage dieser Recherche sind dokumentarische Fotografien und künstlerische Arbeiten entstanden, die sich sowohl mit historischen Fakten, als auch mit dem heutigen Umgang mit diesen Orten und der Erinnerungskultur vor Ort beschäftigen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand deswegen immer auch die Frage nach der Zukunftsfähigkeit unserer heutigen Gedenkkultur. Die Künstler_innen schlagen mit ihren Arbeiten neue Formen des Erinnerns vor, oder sie geben die Frage nach Form und Format an die Anwohner_innen weiter.

Die Arbeiten sind mit Beteiligung von engagierten Anwohner_innen, Vereinen und Initiativen entstanden und wurden in unterschiedlicher Form vor Ort öffentlich bekannt gemacht, z. B. als Intervention im öffentlichen Raum, als Petition oder durch Verteilung von Drucksachen.

2013 werden die Ergebnisse des Projektes "Erinnerungskultur" für eine mobile Ausstellung aufbereitet. Diese wird anschließend durch den Landkreis wandern und so die Thematik an verschieden Orten der Öffentlichkeit näher bringen. Die Publikation ist Teil des Vermittlungskonzeptes der Ausstellung, da in ihr Hintergrundinformationen zu den Orten sowie Anmerkungen der Künstler_innen zu ihrem Vorgehen zusammengetragen wurden.

Unser Ziel ist die Sichtbarwerdung von Geschichte, ein bewusster Umgang mit der eigenen Vergangenheit und der Geschichte der Region, sowie die Förderung des öffentlichen Diskurses über eine zukunftsfähige Erinnerungs- und Gedenkkultur, die zum Denken und couragierten Handeln anregt.
(2013)
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